Pflasterbauweise

Pflasterbauweise

Pflasterbauweise

Pflasterbauweise - gewusst wie.

Für die Pflasterbauweise gelten verschiedene bauliche Besonderheiten wie zum Beispiel die Tragschicht. Sie muss tragfähig, verformungsstabil und ausreichend wasserdurchlässig sein. Betonpflastersteine sind Produkte aus natürlichen Materialien, die Steine sollten daher immer aus mehreren Steinpaketen gleichzeitig verlegt werden.

1. Oberbau RStO
2. Decke
3. ZTV Pflaster-StB DIN 18318, M FP 1
4. Pflasterstein
5. Fugenfüllung
6. Bettung/EN 13285 - TL Pflaster StB 06 
7. ZTV SoB-StB
8. Tragschicht(en)
9. Planum
10. ZTV E-StB
11. ggf. Unterbau
12. Untergrund/Erdreich

 

Aufbau

Für die Pflasterbauweise gelten verschiedene bauliche Besonderheiten wie z.B. die Tragschicht. Sie muss tragfähig, verformungsstabil und ausreichend wasserdurchlässig sein.

Als Oberbau werden alle aufgebrachten Schichten oberhalb des Planums bezeichnet. Das Planum meint die Oberfläche des zuvor verdichteten Untergrundes. Bei zu geringer Standfestigkeit muß der Boden allerdings durch Verdichtung, Verfestigung oder Bodenaustausch in einen tragfähigen Zustand versetzt werden. Bei nicht normgerechtem Unterbau können sich Setzungen und Spurrillen bilden - infolgedessen kann es zu Kantenabplatzungen, Verschiebung der Pflasterdecke bis hin zum Durchbrechen einzelner Steine kommen!

Pflasterbett

Das Pflasterbett dient als gleichmäßige Auflagefläche der Pflastersteine und wird auf der Tragschicht eingebaut. Gleichzeitig können produktionsbedingte und nach DIN EN 1338 zulässige Maßtoleranzen der Steinhöhen in der Bettung ausgeglichen werden. Diese besitzt im verdichteten Zustand eine Höhe von 3 bis 5 cm.

Die maximale Höhe sollte keinesfalls überschritten werden, weil stärkere Bettungen die Spurrillenbildung und Verformungen begünstigen.



1. Pflasterstein
2. Pflasterbrett
3. Unterlage

 

Flächenrüttler

Für eine fachgerecht erstellte Pflasterfläche ist die Wahl der geeigneten Rüttelplatte ausschlaggebend. Hinsichtlich der Zentrifugalkraft und des Betiebsgewichtes gilt eine bewährte Faustregel:

Steinhöhe 6 cm: Betriebsgewicht ca.130 Kg und Zentrifugalkraft von 8-20kN

Steinhöhen 8 + 10 cm: Betriebsgewicht ca. 170 Kg 200 Kg und Zentrifugalkraft von 20-30 kN

Steinhöhe über 10 cm: Betriebsgewicht ca. 200 Kg 600 Kg und Zentrifugalkraft von 30-60 kN

Qualität

Bei der Verlegung und Verarbeitung unserer Produkte sind die einschlägigen Richtlinien, Vorschriften und technischen Regelwerke bzw. die anerkannten Regeln der Technik wie z.B. ATV DIN 18318, ZTV Pflaster – StB, M FP 1 zu beachten.

Unsere Erzeugnisse werden entsprechend den geltenden Normen und Richtlinien wie z.B. der DIN EN 1338, 1339 gefertigt.



1. Pflaster
2. Abstandhalter

 

Verlegung

Betonpflastersteine sind Produkte aus natürlichen Materialien und unterliegen produktionsbedingt geringen Farb- und Strukturschwankungen. Daher sollten die Steine immer aus mehreren Steinpaketen gleichzeitig verlegt werden. Es muss eine Fugenbreite von 3-5mm eingehalten werden, unabhängigdavon, ob die Pflastersteine angeformte Anstandhalter haben oder nicht. Abstandhalter geben nicht die Fugenbreite vor (siehe DIN 18318). Eine Pressverlegung muss vermieden werden, ansonsten kann es zu Kantenabplatzungen bis hin zum Durchbrechen der Steine kommen. Die Schäden infolge nicht normgerechter Pflasterfugen stellen die direkte Folge einer unsachgemäßen Verlegung dar.

Füllung

Eine vollständige Fugenfüllung ist die wichtigste Voraussetzung für eine dauerhaft funktionsfähige Pflasterfläche. Das Fugenmaterial muß stabil sein, damit die Lastübertragung von Stein zu Stein gewährleistet ist.

Das Fugenmaterial wird trocken eingefegt bzw. mittels Wasserzugabe eingeschlämmt. Das Bettungsmaterial und das Fugenmaterial muss filterstabil aufeinander abgestimm sein. Das bedeutet das Fugenmaterial darf nicth im Bettungsmaterial versinken.

 


1. Pflaster
2. Flächenrüttler mit Plattengleitvorrichtung
3. Pflasterbett

 

Abrütteln

Vor dem Abrütteln ist überschüssiges Fugen-material vollständig abzukehren. Ansonsten wird das Restmaterial zermahlen und es entstehen Flecken an der Steinoberfläche, die im Nachhinein fast nicht mehr zu entfernen sind. Die Pflasterfläche wird bis zur Standfestigkeit gerüttelt, beginnende von außen nach innen. Durch das Abrüttel werden die zulässigen Maßtoleranzen der Steine vollständig ausgeglichen.

Zum Abrütteln sollten nur Flächenrüttler mit einer Plattengleitvorrichtung (Gummi - oder Kunststoffschürze) verwendet werden, um die Betonsteinoberflächen zu schonen. Farbige oder veredelte Pflasteroberflächen dürfen grundsätzlich nicht ohne Plattengleitvorrichtung abgerüttelt werden. Das Abrütteln des Pflasters darf nur bei trockener Fläche vor deren Nutzung erfolgen.



1. Fugenfüllung
2. Pflasterstein mind. 270 L / (sxha)
3. Pflasterbett
4. Bettungsmaterial und Fugenfüllung
    z.B. aus Edelsplitt 2/5mm herstellen 
5. Wasserdurchlässigkeit
6. Tragschicht(en)
7. Frostschutzschicht
8. Planum
9. Untergrund / Erdreich

 

Versickerung

Zusätzlich zu den Anforderungen hinsichtlich Tragfähigkeit und Standsicherheit kommt dem Oberbau eine besondere Funktion zu. Er hat die Aufgabe, das Regenwasser aufzunehmen und an den Untergrund (Erdreich) abzugeben. Je nach Beschaffenheit des Untergrundes ist mitunter eine etwas dickere Tragschicht als Sickerspeicher notwendig.

Alle Schichten müssen den Durchlässigkeitsbeiwert kf = 5,4 x 10-5 m/s (entspricht 540 l / (s x ha) erfüllen. Bei der Pflasterdecke müssen mindestens 270 l / (s x ha) erreicht werden. Dies bedeutet, dass 270 Liter Regenwasser, die innerhalb einer Sekunde auf einen Hektar fallen, vollständig und dauerhaft versickern müssen.