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ENTSTEHUNG

Die Entstehung unserer Kies- und Sandlagerstätten am Oberrhein

In den Anfängen der Erdgeschichte vor ca. 3,5 Milliarden Jahren entstand eine feste Erdkruste und es bildeten sich die ersten Gesteine. Aus dieser festen Erdkruste formten sich über viele Millionen Jahre durch tektonische Plattenverschiebungen und Faltungen gewaltige Gebirge. Diese freiliegenden Gesteinsmassen waren der Verwitterung durch Regen, Eis und Wind ausgesetzt. Der daraus entstandene Gesteinsschutt wurde durch eiszeitliche Gletscher und Schmelzwasser über teils große Strecken transportiert. Dies führte dazu, dass sich die Gesteinstrümmer rundeten. Während 4 Eiszeiten (Würm, Riß, Mindel, Günz), in einem Zeitraum von schätzungsweise 1,5 – 2 Millionen Jahren, schufen die Gletscher des Alpenvorlandes im Rheingraben mächtige Kies- und Sandlagerstätten aus vorwiegend hartem und frostbeständigem Material, sogenannte Moränesedimente. Die geologische Bezeichnung für diese Gesteinsvorkommen ist: Alpine Moräne. Diese bestehen aus Quarz, Quarzgesteine, Magmatite und alpiner Kalk. Die Sand- und Kiesvorkommen im Oberrheingraben schwanken zwischen mit 20 – 350m Mächtigkeit regional sehr stark. Sie sind steinalt und doch so vielseitig.

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VORKOMMEN

Die Sand- und Kieslagerstätten im Oberrheingraben sind die mächtigsten Vorkommen ihrer Art in Mitteleuropa. Die gewaltigen Vorkommen sind oberflächennah und theoretisch einfach zugänglich, diese Tatsache steht der immer wieder zu hörenden Rohstoffknappheit entgegen. Jedoch wird die Erschließung wegen verschiedener Gründe immer schwieriger. Ursachen sind z.B. konkurrierende Raumnutzung (Wasser-, Natur-, Vogel- oder Landschaftsschutzgebiete sowie FFH-Gebiet), Grundstückverfügbarkeit, raumplanerische Festlegungen, langjährige und kostenintensive Genehmigungsverfahren, aber auch die schwindende Akzeptanz in der Bevölkerung.

Die Anzahl an Gewinnungsstätten für Sand und Kies in Baden-Württemberg ist rückläufig. Vom Jahr 2001 bis 2017 ist die Anzahl der in Betrieb befindliche Abbaustätten von 274 auf 214 gesunken. Das entspricht einem Rückgang von 21,9% (Quelle: Rohstoffbericht Baden-Württemberg 2019, S. 78). Im Umkehrschluss bedeutet das, dass ein immer größerer Bedarf von immer weniger Werken gedeckt werden muss.

Tatsache ist, dass weiterhin auf mineralische Rohstoffe nicht verzichtet werden kann und aufgrund der vorgenannten Entwicklung das Material vermehrt aus dem Ausland kommen muss. Das bedeutet weitere Transportwege, mehr CO2 Ausstoß, als im Vergleich zu einer regionalen Gewinnung.